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GenuTrain verändert Gangbild: Gelenk in der Spur, Teil 1

GenuTrain

Erstmals konnte in einer Studie eine biomechanische Wirkungsweise der GenuTrain Kniebandage gezeigt werden, die das Gangbild positiv beeinflusst. Sportwissenschaftler und Biomechaniker der Universität Freiburg wiesen unter anderem einen reduzierten Knieadduktionswinkel nach. Gerade Patienten mit medialer Gonarthrose können von dem korrigierenden Effekt profitieren, gelten doch unphysiologische Belastungen im Gelenk, verursacht etwa durch eine Varusstellung, als Prädiktor der Krankheit. Die Ergebnisse des Freiburger Instituts für Sport und Sportwissenschaft stehen ganz im Einklang mit dem „Arbeitsmodus“ der GenuTrain: Nur in der Bewegung entfaltet sie ihre Wirkung. Von außen wird ein propriozeptiver Stimulus induziert und somit das Gelenk stabilisiert.
Dr. Dominic Gehring gibt sich bescheiden und blickt bereits nach vorn. „Ja“, sagt der junge Wissenschaftler auf die Ergebnisse der Studie angesprochen, „darauf lässt sich aufbauen.“ Moment , möchte man dem Forscherdrang entgegnen, bitte erst einmal auf das blicken, was aktuell geleistet wurde. Dr. Gehring und sein Team, mit dem Institutsleiter Prof. Dr. med. Albert Realität (links) und ihre schematische Darstellung (rechts). Das Gangbild wird in Computerbilder „übersetzt“.Gollhofer an der Spitze, haben nämlich allen Grund, stolz zu sein. Der Freiburger Gruppe des Instituts für Sport und Sportwissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität ist es gelungen, einen korrigierenden biomechanischen Effekt der GenuTrain-Aktivbandage von Bauerfeind nachzuweisen: einen Effekt , der das Gangbild positiv beeinflussen kann. Bei anderen Untersuchungen stand oft die sagittale Ebene des Knies im Mittelpunkt. Die Freiburger wandten sich bei dieser Studie der frontalen Ebene zu, der Ebene, die eine Varus- oder Valgusstellung des Gelenks beschreibt. Und tatsächlich: Die GenuTrain kann das Knie wieder in die richtigen Bahnen lenken. „Ein richtungsweisendes Ergebnis“, so Dr. Gehring.
Auch und gerade für Menschen wie Alfons Graf, der an Gonarthrose erkrankt ist , scheint die Richtung klar zu sein. „Mir hat die Bandage geholfen“, freut sich der Proband, der heute noch einmal zu Abschlussmessungen ins Labor gekommen ist. Seine Laufschuhe tauscht der sportliche Sechziger gegen Messschuhe, die lange Hose gegen eine kurze. „Früher bin ich viel gelaufen, Mittelstrecke, war deutscher Meister in meiner Altersklasse“, berichtet er. „Schmerzen im Knie haben mir dann den Sport verleidet. Aber vielleicht geht’s ja bald wieder einigermaßen.“ Die Hoffnung ist nicht unbegründet.

Adduktion signifikant reduziert

Gerade bei einer Varusstellung, die bei Alfons Graf klar zu erkennen ist , kann, wie die Studie gezeigt hat , die GenuTrain einen korrigierenden Einfluss ausüben. Der ist allerdings für das Auge erst einmal nicht so offensichtlich. Ein Blick auf den Computer zeigt farbige Linien, die zwischen Messpunkten am Fuß, Unterschenkel , Knie und Hüfte gezogen wurden. Sie bilden auf dem Monitor die unteren Extremitäten ab, ein aus Beinen bestehendes Strichmännchen. „Mit unseren Hochleistungskameras können wir kleinste Unterschiede im Gangbild nachweisen“, erklärt Dr. Gehring. „Dazu bewegen sich die Probanden nach definierten Abläufen mit und ohne Bandage“, erläutert der Biomechaniker das Vorgehen. „Wir konnten an den Probanden mit Gonarthrose zeigen, dass die angelegte GenuTrain den Knieadduktionswinkel signifikant reduzieren und somit eine Varusstellung minimieren kann.“

Physiologisch(er)es GangbildDer Leiter der Versuchsreihe, Dr. Dominic Gehring, legt selbst  Hand an und fixiert die Messfühler.

Zudem war es den Freiburger Forschern möglich, eine über das Kniegelenk hinausgehende Wirkung der GenuTrain zu demonstrieren: Neben einem reduzierten Adduktionswinkel des Knies war auch ein vergrößerter Adduktionswinkel der Hüfte zu beobachten. Was durchaus schlüssig erscheint , da beide Gelenke beim Gehen so etwas wie eine gekoppelte Einheit bilden. Diese biomechanischen Effekte der GenuTrain ergänzen die Ergebnisse, die Prof. Gollhofer, Dr. Gehring und Mitarbeiter in einer früheren Patientenuntersuchung sammeln konnten. Dabei wurden Gelenkstabilität und Schmerzreduktion durch das Tragen der Kniebandage aufgezeigt (siehe Bauerfeind life 1/2011). Worauf sind die bisher gezeigten Wirkungen zurückzuführen? Im Kapselbandapparat sehen die Sportwissenschaftler eine integrale Einheit , die das Gelenk führt und die von außen durch die anatomisch geformte Flachstrickbandage unterstützt wird. Grundvoraussetzung für die biomechanische Wirkung sei, dass die Bandage „motorisch gut in die ablaufende Dynamik passen muss“. An dieser Stelle kommt für Dr. Gehring die Propriozeption zum Zuge. Das komprimierende Gestrick stimuliert zusammen mit dem Pelottenring um die Kniescheibe die Rezeptoren in der Haut und der darunterliegenden Muskulatur, welche das Gangbild in die richtigen Bahnen zu lenken scheint.

Langzeitstudie soll biomechanischen Effekt untermauern

Dr. Gehring wäre nicht Sportwissenschaftler, würde er neben dem Nutzen der GenuTrain für Gonarthrosepatienten nicht die prophylaktischen Wirkungen für Sportler ansprechen. „In fast allen Teamsportarten haben sie eine Varus-/Valgusbelastung“, sagt er. „Denken Sie an Fußball mit seiner fortwährend starken frontalen Beanspruchung des Knies. Die haben einen ständigen Varusstress, wenn sie um die Ecke laufen. Wenn dann noch das Knie durch Vorverletzungen geschwächt ist , können Bandagen wie die GenuTrain die Sportler in doppelter Hinsicht unterstützen.“ Ob prophylaktisch oder in der Rehabilitation eingesetzt – Bewegung in physiologischen Bahnen ist mit der GenuTrain kein Zufall , das zeigen nicht zuletzt die Ergebnisse der Freiburger Forscher. Eine Langzeitstudie soll jetzt die Querschnittstudie bestätigen.

 

Querschnittstudie in Auszügen

Bilder: Patrick Seeger