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Orthopädieschuhtechnik in Italien und Spanien: Besseres Image durch digitale Messtechnik

Besseres Image durch digitale Messtechnik

Auch die Orthopädieschuhtechnik in den traditionell und handwerklich geprägten Ländern Italien und Spanien befindet sich im Wandel. Moderne Mess- und Frästechnologie, ein immer stärkerer Kulturaustausch sowie neue Materialien erleichtern den Orthopädietechnikern eine hochwertige Einlagenversorgung. Mit zwei von ihnen sprach life.

CentrodelPiede, ItalienNeben dem reinen Handwerk, das in der Vergangenheit den Hauptanteil der Arbeit ausmachte, nutzen viele Fachkräfte in den beiden südeuropäischen Ländern heute zunehmend digitale Messtechnik und moderne Herstellungsprozesse. „Als ich 2007 anfing, war es normal , mit Trittspurgeräten und einfachen Scansystemen zu arbeiten. Heute gibt es digitale Messsysteme. Wir nutzen neue Technologien für die Analyse der statischen und dynamischen Druckverteilung sowie der Laufdynamik, die uns weitaus mehr über die orthopädischen Zusammenhänge im menschlichen Körper sagen können. Die Messsysteme und unser Wissen haben sich komplett verändert“, beschreibt der Italiener Daniele Galletti von CentrodelPiede aus Bologna die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre.
Auch bei der Ortopedia López im spanischen Jaén kommt digitale Messtechnik zum Einsatz: „Indem wir die Kunden auf digitalen Messsohlen laufen lassen, können wir überprüfen, wie effektiv die Einlagen wirken und ob der Schuh der richtige ist. Alles in einer realen Umgebung“, erklärt Jorge López.
Die Orthopädiefachgeschäfte sind hier mittlerweile erstklassige Gesundheitsberater. „Sportler lassen sich ebenso beraten, um ihre Leistung zu verbessern, wie ältere Kunden, die medizinische Hilfsmittel benötigen. Der Techniker ist im Team der Gesundheitsexperten vollkommen anerkannt“, erzählt Jorge López. Diesen guten Ruf musste sich das Handwerk allerdings erst über Jahre erarbeiten. „Unser Berufsstand hatte in Spanien in der Vergangenheit nicht den besten Ruf. Man war nicht gut angesehen, wenn man zu einem Orthopädieschuhtechniker gehen musste“, so der junge Andalusier. „Dieses Bild hat sich heute zum Glück komplett verändert.“

Die Arbeit wird nachvollziehbarOrtopedia López, Spanien

Die Messtechnik ist dabei ein Schlüssel für die gute Reputation und für den Erfolg der Geschäfte. „Wir nutzen derzeit zwei Fußscanner und eine Fußdruckmessplatte. Durch den Einsatz digitaler Messtechnik verbessern wir das Image unseres Orthopädieshops gegenüber Ärzten und Patienten. Wir können unsere Arbeit damit nachvollziehbar machen“, erklärt Jorge López. Und auch in Italien ist die Messtechnik ein wichtiges Instrument für die tägliche Arbeit. „Ich nutze vorrangig kabellose Systeme für die Ganganalyse. Eine dynamische Ganganalyse erachte ich für extrem wichtig. Deshalb habe ich auch als erster Händler in Italien die Systeme Bodytronic 130 und 150 von Bauerfeind eingeführt“, erzählt Daniele Galletti. Einlagen sind für ihn wie eine dynamische Orthese. Der Fuß verändert sich während der Schrittabwicklung und deshalb ist die dynamische Erfassung des Schritts so enorm wichtig für ihn. Mit Bodytronic kann er seinen Kunden eine präzise Ganganalyse anbieten. Daneben ist das System transportabel und leicht zu handeln. Für den Patienten sei es immer beeindruckend, wenn er den Vergleich zwischen der ersten Messung und der Vergleichsmessung mit Einlagen sieht. „Ich kann sagen, dass eine gute Einlagenversorgung zum Teil auch auf das Anwenden von digitaler Messtechnik zurückzuführen ist“, ist Daniele Galletti überzeugt.

Neue Einstellung zu Fräseinlagen

Neben Kork und Leder setzen die jungen Orthopädieschuhtechniker zunehmend moderne Kunststoffe ein, die einfacher zu bearbeiten und thermoplastisch verformbar sind. Voll im Trend sind bei den befragten Experten Fräseinlagen. Beide arbeiten mit der Anwendungssoftware Bodytronic ID:CAM, um ihren Kunden hochwertige Fräseinlagen anbieten zu können. „Die Software hat meine Einstellung zur Einlagenfertigung komplett verändert. 80 Prozent der Einlagen, die ich für meine Kunden fertige, modelliere ich mittlerweile mit der ID:CAM-Software“, bestätigt Daniele Galletti. Dass er jederzeit auf die Messdaten zugreifen kann, hilft ihm während der Designphase, alle notwendigen Details und Features zu berücksichtigen. „Die Technologie ist absolut zeitsparend. Da der Hersteller den Fräsprozess übernimmt , bleibt mir mehr Zeit für die Untersuchung und Beratung der Kunden“, zählt Daniele Galletti einen weiteren Vorteil auf. Das bestätigt auch Jorge López und ergänzt: „Die Technik macht es einfach, ohne großen Aufwand eine Einlagenversorgung zu wiederholen.“

Bilder: Alex Cotti Photography, privat, Ortopedia López