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Verordnung von Kompressionsstrümpfen: Mit System, aber offen für Individualität

Welcher Strumpf für welchen Patienten? Diese Frage gilt es bei der Verordnung von medizinischen Kompressionsstrümpfen immer wieder neu zu beantworten. Auch wenn gewisse Parameter wie die Diagnose die Richtung vorgeben, sollte der Arzt auch stets die individuellen Bedürfnisse des Patienten mit einbeziehen.

Welche Beschwerden liegen vor? Welche klinischen Zeichen? Welche Begleiterkrankungen? Die ersten Punkte, die Dipl.-Med. Rita Klaus vom Venenzentrum MK in Plettenberg und Dr. Stefanie Reich-Schupke, Fachärztin für Dermatologie im Venenzentrum der Kliniken der Ruhr-Universität Bochum, bei ihren Patienten abklären, sind immer die gleichen. „Die Indikation steht an erster Stelle“, so Dipl.-Med. Rita Klaus. „Sie stellt die Weichen, ob eine niedrigere oder eine höhere Kompressionsklasse erforderlich ist.“ Bei leichten Venenleiden, das heißt von Stadium C1 bis C3 der CEAP-Klassifikation, sind in der Regel langzugelastische Strümpfe angezeigt. Sie weisen aufgrund ihrer hohen Elastizität einen relativ niedrigen Ruhe- und Arbeitsdruck auf. Bei fortgeschrittenen Venenleiden von Stadium C4 bis C6 kommen kurzzugelastische Strümpfe mit hohem Arbeitsdruck zum Einsatz.

Intensive Kommunikation mit dem Patienten ist für Dipl.-Med. Rita Klaus das A und O.

Verordnungsposter als Leitfaden

Die VenoTrain-Produktfamilie gestattet eine Versorgung von leichten bis schweren Venenleiden und orientiert sich dabei in ihrer Systematik am erforderlichen Arbeitsdruck. Einen schnellen Überblick bietet das Bauerfeind Verordnungsposter. „Es kann vor allem für Praxen, die nicht so häufig mit einer großen Anzahl und Bandbreite an phlebologischen Versorgungen zu tun haben, als Leitfaden dienen“, lobt Dr. Stefanie Reich-Schupke. So seien gerade im hausärztlichen Alltag zwar die Kompressionsklassen präsent , aber kaum bekannt , dass Strümpfe in der gleichen Klasse ganz unterschiedliche Wirkungen und Ausstattungsmerkmale haben können.
Bei der Verordnung liegt das Hauptaugenmerk auf der richtigen Druckcharakteristik. Sobald sie definiert ist , kann in diesem Rahmen persönlichen Patientenwünschen entsprochen werden. „Bereits bei der Strumpflänge spielen die individuellen Wünsche eine Rolle“, weiß Dr. Stefanie Reich-Schupke. „Manche ältere Dame hat schon immer Strumpfhosen getragen und kommt mit Oberschenkelstrümpfen nicht zurecht , obwohl diese ausreichen würden“, führt sie als klassisches Beispiel an.

Mit Argumenten überzeugen

Dr. med. Stefanie Reich-Schupke, Fachärztin für Dermatologie, Venenzentrum der Kliniken der Ruhr-Universität Bochum.

„Der beste Strumpf nützt nichts, wenn er nicht getragen wird“, betont auch Dipl.-Med. Rita Klaus. Kommunikation sei daher das A und O. „Ich erkläre immer ganz ausführlich, warum ich medizinische Kompres­sionsstrümpfe verordne und was ich damit erreichen will – und auch warum ich eine bestimmte Strumpfart auswähle“, so die Fachärztin. Insbesondere bei Frauen bestehe mehr Gesprächsbedarf. „Da kommen dann vielfach Fragen zum Aussehen oder zum Tragekomfort.“ Mit den richtigen Argumenten könne vielfach gute Überzeugungsarbeit geleistet werden – dadurch seien auch weniger Kompromisse nötig. „Natürlich kann es in seltenen Fällen angebracht sein, auf eine niedrigere als die eigentlich wünschenswerte Kompressionsklasse auszuweichen. Etwa bei Patienten mit arthrotischen Händen, die die höhere Klasse nicht mehr allein anlegen können.“ Doch es müssen schon sehr spezielle Fälle sein, um die resolute Ärztin zu einem solchen Schritt zu bewegen.
Dipl.-Med. Rita Klaus hat meist bereits eine sehr klare Vorstellung, welchen speziellen Strumpf sie gerne für ihre Patienten hätte. „Ich klebe oft einen kleinen Haftzettel mit dem speziellen Produktnamen auf das Rezept“, verrät sie. So sei beispielsweise bei Menschen mit vorwiegend sitzender Tätigkeit oder bei Patienten mit Multipler Sklerose, die im Rollstuhl sitzen, der VenoTrain soft S mit seinem reduzierten Gestrick am Spann und der großzügiger ausgearbeiteten Ferse eine interessante Option. Erfreut zeigt sich die niedergelassene Ärztin darüber, dass der VenoTrain impuls ab sofort einen hohen Mikrofaseranteil aufweist. „Erst heute habe ich ihn einem 45-jährigen Patienten gezeigt , der eine Krampfader-OP hinter sich hat. Der Mann steht im Schichtbetrieb stundenlang an einer Maschine. Da ist der kräftige kurzzugelastische Strumpf aus besonders atmungsaktivem Material für ihn ideal.“ Bei Dr. Stefanie Reich-Schupke sind konkrete Empfehlungen oder namentliche Verordnungen dagegen die Ausnahme. Wie im Fall eines 65-jährigen Ulcus-cruris-Patienten mit starken Stauungsbeschwerden. „Er trug zuvor Kompressionsverbände, die er nicht selbst anlegen konnte, und ­musste daher von einem Pflegedienst versorgt werden“, erklärt die Bochumer Ärztin. „Den VenoTrain ulcertec zieht er jetzt selbst über die Wundauflage an. Dank dieser Versorgung hat er nicht nur ein Stück Selbstständigkeit zurückgewonnen, auch die Wunde hat sich bereits deutlich verkleinert“, freut sie sich. In einem Punkt sind sich beide Ärztinnen einig: „Wichtig ist ein enger Kontakt mit den versorgenden Sanitätshäusern.“ Dr. Stefanie Reich-Schupke betont: „Diese sollten auch eine entsprechende Fachkompetenz beim Anmessen haben.“

Strümpfe selbst ausprobieren

Dipl.-Med. Rita Klaus hat alle Kompressionsstrümpfe, die sie empfiehlt , selbst angehabt. „Nur so kann ich den Tragekomfort beurteilen“, so die Plettenberger Ärztin, die bei sportlichen Aktivitäten den VenoTrain sport trägt. ­Dr. Stefanie Reich-Schupke pflichtet ihr bei: „Wer selbst ausprobiert hat , wie sich die Stümpfe anfühlen, wie sie sich an- und ausziehen lassen, für den ist es einfacher, bestimmte Beschwerden der Patienten besser zu verstehen.“ Auch sie hat oft knie-hohe Kompressionsstrümpfe an, um die Beine zu entlasten. „Mitunter ziehe ich schon mal das Hosenbein hoch und liefere meinen Patienten ein ganz persönliches, überzeugendes Argument“, so die Oberärztin.

Die interaktive Verordnungshilfe finden Sie im Internet unter www.bauerfeind.com.

Bilder: Stefan Durstewitz, Bauerfeind, privat